Schloss Monaise mit Gloriette, Monopteros und Grabkapelle

Der Monopteros ist wie die Gloriette und die Grabkapelle von Blochhausen Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage von Schloss Monaise. Die dazugehörigen Park- und Gartenflächen liegen sowohl vor, als auch direkt hinter dem Schloss. Beim Schloss Monaise handelt es sich um ein überaus bedeutendes Kulturdenkmal.

Das in den Jahren 1779 bis 1783 nach Plänen des Architekten Francois Ignace Mangin als Sommersitz für den Trierer Domdechanten Philipp Graf von Walderdorff errichtete Bauwerk ist eines der wenigen Beispiele frühklassizistischer Architektur französischer Prägung auf deutschem Boden.

Schloss Monaise befindet sich seit 1969 im Eigentum der Stadt Trier. Das Gebäude stand für viele Jahrzehnte leer und verfiel zusehends. Aufgrund erheblicher finanzieller Zuwendungen durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, durch den Bund und das Land Rheinland-Pfalz konnte das Schloss von 1993 bis 1997 instandgesetzt werden. Die Kosten beliefen sich auf rd. 10.260.000 Mio. DM, rund 5,3 Mio. Euro.

Eleonore von Blochhausen, die Schloss Monaise 1791 von Graf von Walderdorff gekauft hatte, ließ sich 1820 nur wenige Meter vom Schloss entfernt an der Südecke des Parks eine Grabkapelle errichten.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlosses, am heutigen Reitplatz des Postsportvereins steht die um 1781 errichtete Gloriette. Bei einer Gloriette handelt es sich um ein Bauwerk, dass überwiegend in Gartenanlagen errichtet wurde. Oft wird bei der Errichtung einer Gloriette gegenüber der Umgebung ein leicht erhöhter Standort ausgewählt. Die bauliche Ausführung und Gestalt kann sehr unterschiedlich sein, oft in der Form eines nach den Seiten mehr oder weniger offenen Pavillons. Die Gloriette wurde zuletzt im Jahr 2009 saniert.

Monopteros

Auf einer leichten Erdanschüttung, inmitten des Parks von Monaise steht der Monopteros, der vermutlich zusammen mit dem Schloss errichtet wurde. Die Bezeichnung Monopteros stammt aus dem griechischen. Damit wird ein Rundbau mit Säulen bezeichnet. Im Barock beziehungsweise im Klassizismus ist der Monopteros als Musentempel ein beliebtes Baumotiv in englischen und französischen Gärten. Auch in der deutschen Parklandschaft ist der Monopteros vertreten. Ein bekannter Vertreter eines Monopteros befindet sich im Englischen Garten in München.

Die letzten größeren Renovierungsarbeiten am Monopteros im Schlosspark von Monaise erfolgten in den Jahren 1982/83. Damals wurden vor allem statische Sicherungsarbeiten am Gewölbe ausgeführt und die Kuppel durch eine äußere Betonschale geschützt.

In den Folgejahren verschlechterte sich der bauliche Zustand des Baudenkmals stetig. Der Bauschmuck und die Treppenstufen waren sehr schadhaft und auch der originale Fußboden mit einem geometrischen Plattenbelag wies zahlreiche Fehlstellen und Schäden auf. Eine sichere Begehung des Denkmals war nicht mehr möglich, die Verkehrssicherheit war nicht mehr gegeben. Deshalb musste das Bauwerk vor einigen Jahren durch einen Bauzaun abgesperrt werden. Damit wurde verhindert, dass sich Besucher beim Betreten des schadhaften Bodenbelags und der Treppenstufen verletzen können und zudem die Bausubstanz, z.B. durch unsachgemäßen Gebrauch weiteren Schaden nimmt.

Seit der Instandsetzung von Schloss Monaise in den Jahren 1992 bis 1997 gab es immer wieder Bestrebungen, die Restaurierung des Monopteros anzugehen.

Erst 2010 konnte Herr Diplom-Restaurator (FH) Dr. Thomas Lutgen beauftragt werden, eine umfangreiche restauratorische Voruntersuchung der Werksteinsubstanz vorzunehmen. Was das äußere Erscheinungsbild schon vermuten ließ, wurde durch die Untersuchungen von Dr. Lutgen bestätigt.

Nach Vorlage der Untersuchungen von Dr. Lutgen erfolgten eine Bestands- und Schadenskartierung sowie die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses. Die Finanzierung dieser Grundlagenermittlungen erfolgte damals durch die Trier-Gesellschaft e.V. und die Stadt Trier.

Welche Arbeits- und Sanierungsschritte erforderlich waren, hatte Dr. Lutgen mit seinem Maßnahmenkonzept aufgezeigt. Schon 2010 waren sich die Fachleute einig, dass ein dringender Handlungsbedarf für eine Renovierung und Konservierung des Baudenkmals besteht.

Auch die 1982/83 statisch gesicherte Kuppelmussinnen wie außen überarbeitet werden. Es musste geklärt werden, welche Abdeckung die Kuppel erhalten sollte. Diskutiert wurde eine Abdeckung in Kupferblech, in Walzblei, in Schiefer oder mittels einer Mörtelschlämme.

In der Sitzung des Denkmalpflegebeirates am 04. April 2017 erhielten die Mitglieder einen Sachstandsbericht zum Zustand des Monopteros und zu den geplanten Instandsetzungsmaßnahmen. Darauf hin verfasste der Denkmalpflegebeirat ein einstimmiges Votum mit dem Wortlaut, dass sich der Monopteros im Park von Schloss Monaise in einem katastrophalen Zustand befindet und zu zerfallen droht. Der Beirat fordert die Stadt Trier auf, die Restaurierung dieses bedeutenden Bauwerks in Angriff zu nehmen und sich um Zuschüsse zu bemühen.

Finanzierung

Leider konnten die erforderlichen Finanzmittel in Höhe von rund 95.000 € nicht sofort zur Verfügung gestellt werden. Es war für die Stadt ein sehr erfreulicher Umstand, dass die Trier-Gesellschaft e.V. mit einer großzügigen Spendenzusage in Höhe von 20.000 Euro die Initialzündung für die Restaurierung des Baudenkmals gegeben hat.

Weitere Zuschüsse steuerte die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Höhe von 18.850 € und die Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 10.000 € bei, so dass 2019 mit der Maßnahme begonnen werden konnte.

Natursteinarbeiten

Die Natursteinarbeiten umfassten den größten Anteil an der gesamten Sanierungsmaßnahme. Neben der Konservierung und Restaurierung der Säulen und des Architravs musste auch die Außenkuppel instandgesetzt werden. Einige Sandsteine waren nicht mehr zu erhalten und mussten durch so genannte Vierungen ausgetauscht werden. Ein Kapitell wurde komplett erneuert. Im Bereich des Architravs mussten ebenfalls Vierungen eingebaut werden. Kleinere Fehlstellen wurden mit Steinergänzungsmörtel überarbeitet. Sämtliche Fugen wurden überprüft und bei Bedarf neu verfugt.

Auch die Restaurierung der Bodenplatte war sehr aufwendig. Die einzelnen Kalk- bzw. Sandsteinplatten wurden aufgenommen, nummeriert und in einer Zeichnung dokumentiert. Fehlstellen mussten auch hier ergänzt werden. Die Natursteinarbeiten wurden von der Steinwerkstatt Raquet und Partner durchgeführt.

Durch einen grobkörnigen Grundanstrich erfolgte das Verschlämmen der Risse auf der Außenkuppel. Danach erfolgten weitere Schutzanstriche und zuletzt wurde die zuvor festgelegte Farbe aufgebracht.

Putzkonservierungsarbeiten der Innenkuppel

Das „sichtbare“ Schadensbild im Bereich der Innenkuppel lies erst vermuten, dass der überwiegende Teil der Fläche retuschiert werden muss. Der beauftrage Diplom-Restaurator (FH) Georg Wechsler schaffte es, dass circa 60 – 70 % der Farbfassung freizulegen und zu erhalten, so dass nur ein geringer Teil der Fläche retuschiert werden musste.

Die gesamten Arbeiten wurden durch den Diplom-Restaurator (FH) Dr. Thomas Lutgen überwacht und fachlich begleitet.

Nach Abschluss der in diesem Rahmen geplanten Baumaßnahmen, kann der Monopteros nun wieder genutzt werden. Er ist wieder in seiner Bausubstanz gesichert.

Doch wir sind noch nicht ganz am Ziel. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden am äußeren Stufenring Schäden entdeckt, die in ihrem Umfang so nicht bekannt und deren Sanierung auch nicht in der jetzigen Maßnahme eingeplant waren. Im Rahmen der Arbeiten wurde festgestellt, dass sich an der Innenseite der Kuppel ursprünglich wohl ein Gesims befand. Ein für die Baugeschichte neuer und wichtiger Aspekt. Die Erläuterungen dieser Maßnahmen im Einzelnen:

Ergänzung bzw. Erneuerung des äußeren Stufenrings

Der äußere Stufenring des Monopteros sollte ursprünglich nur partiell überarbeitet werden. Es stellte sich aber heraus, dass die vorgefundenen Schäden an den Stufen wesentlich größer waren und sich einige Stufen zudem aus der ringförmigen Anordnung herausgelöst hatten. Etwa ein Drittel der Stufen müssen nun doch ausgetauscht werden. Aus statischen Gründen kann der Austausch nur sukzessive erfolgen. Um möglichst viele bauzeitliche Stufenelemente erhalten zu können, wird der ursprüngliche Radius der Stufenanlage etwas verkleinert. Die Fundamentierungen und Hohlräume werden durch einen drainagefähigen Monokornmörtel gefüllt. Die großen Fugen und Fehlstellen werden im Anschluss durch einen angepassten Kalkmörtel geschlossen. Eventuell müssen noch Fehlstellen bis zur Trittkante mittels Vierungen ergänzt werden.

Gesims an der Innenseite der Kuppel

Im Übergangsbereich von Innenkuppel zum Architrav wurden nach der Entfernung von Putzteilen „Hackspuren“ entdeckt. Diese lassen mit großer Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass diese Vertiefungen im Architrav zur Befestigung eines umlaufenden Gesimses dienten. Denkmalpflegerisches Ziel ist es nun, auf der Innenseite der Kuppel wieder ein Gesims herzustellen. Wichtig bei der Neugestaltung ist, dass durch den Rücksprung zwischen Gesims und Kuppelinneres eine Schattenfuge entsteht. Eine Durchsicht zahlreicher Fotos zu Monopteren hat ergeben, dass es sich bei dem Gesims eigentlich um ein charakteristisches und unverzichtbares Element dieser Baugattung handelt.

Eine Finanzierung zur Rekonstruktion des Gesimses ist im Rahmen der jetzigen Baumaßnahme nicht möglich gewesen. Es soll aber versucht werden, dieses Baudetail in einem nächsten Bauabschnitt zu realisieren.

Eindeckung der Kuppel

Im Rahmen des umgesetzten Sanierungskonzeptes für die Außenkuppel erhielt diese mehrere spezielle Schutzanstriche, u.a. gegen eindringendes Wasser. Aktuelle Beobachtungen lassen nun vermuten, dass trotz der Anstriche, Wasser in die Kuppel eindringt.

Durch diesen Umstand kam auch wieder die Diskussion auf, ob eine Eindeckung der Kuppel nicht besser wäre. Seitens der Denkmalpflege wurde bisher argumentiert, dass Kuppel und Unterbau des Monopteros nach der nun umgesetzten Kuppelsanierung eine Einheit bilden, während die beiden Teile bei einer Kuppeleindeckung, aufgrund des zusätzlichen Materials, wie z.B. Blei oder Schiefer, optisch auseinanderfallen würden. In der Baugeschichte gibt es einige Vergleichsbeispiele, die belegen, dass es durchaus denkbar ist, dass diese Kuppel keine Metall- oder Schieferabdeckung besaß.

Trotzdem wurde die Anregung wieder aufgegriffen, die Kuppel doch noch mit einer Eindeckung zu versehen. Zurzeit werden deshalb Kosten ermittelt, die bei einer Bleieindeckung anfallen würden.

Landschaftspflegerische Maßnahmen

Das Umfeld im Bereich des Monopteros soll gestalterisch aufgewertet werden. Planungen hierzu liegen aber noch nicht vor.

Für die noch ausstehenden Maßnahmen wurden noch keine Kosten ermittelt. Es sind Arbeiten, die nicht zwingend in eine Gesamtmaßnahme eingebunden werden müssen. Sie können auch einzeln umgesetzt werden, was eine Finanzierung erleichtern würde.